Die Reaktionen darauf, dass Xbox‑Content‑Chef Matt Booty im offiziellen Xbox‑Podcast angekündigt hat, dass man künftig bei Events direkt alle Plattformen nennt – also auch PlayStation und Steam –, waren eher… na ja, nicht so begeistert. Xbox‑CEO Asha Sharma hat sich dann aber auf Social Media gemeldet, um die Community ein bisschen zu beruhigen und zu erklären, dass intern gerade diskutiert wird, wie man das in Zukunft besser lösen will.
Ein Nutzer meinte dort, er hätte es lieber gesehen, wenn Xbox sich in seinen Shows einfach auf die eigene Plattform konzentriert und am Ende nur die Xbox‑Logos eingeblendet hätte. Sharma hat daraufhin komplett die Verantwortung übernommen:
„Ich sehe das Feedback zu den Logos. Das war ein Fehler, und den nehme ich auf meine Kappe. Wir sprechen darüber, wie wir das für zukünftige Xbox‑Shows anpassen.“
Dass Xbox inzwischen offen zeigt, auf welchen Plattformen ein Spiel erscheint – also auch mit PlayStation‑ und Steam‑Logos am Ende der Trailer –, sorgt schon länger für Diskussionen. Der Grund: Microsoft bewegt sich immer weiter weg von klassischen Exklusivtiteln. Selbst große Marken wie Halo oder Forza tauchen inzwischen auf Konkurrenzkonsolen auf, was Xbox zwar mehr Einnahmen bringt, aber viele Fans wünschen sich trotzdem wieder mehr echte Exklusivtitel, damit sich der Kauf einer Xbox‑Konsole stärker lohnt.
Schon im April gab es Berichte, dass Microsoft intern darüber spricht, ob man wieder stärker auf Exklusivität setzen sollte. Es geht dabei um die Grundsatzfrage: Will man ein Hardware‑Ökosystem pushen oder ein reiner Multiplattform‑Publisher sein? Laut Jez Corden von Windows Central ist das Teil einer größeren Diskussion darüber, wie man die Xbox‑Community wieder enger an sich binden kann.
Er sagte in einem Podcast:
„Ich habe ja schon erwähnt, dass sie über Anpassungen beim Game Pass nachdenken. Intern läuft gerade eine riesige Diskussion über Exklusivität. Am Ende geht’s darum, was für eine Art Unternehmen man sein will: ein Ökosystem‑Unternehmen oder ein Publisher.“
Corden erinnerte auch daran, dass Microsoft in der Vergangenheit Probleme hatte, seine Hardware‑Plattformen langfristig stark zu halten – und nannte die Surface‑Reihe als Beispiel. Die startete damals mit viel Hype, wurde aber später eher zu einem „Schatten seiner selbst“. Am Ende hängt alles davon ab, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, auf mögliche Einnahmen zu verzichten.
Er formulierte es so:
„Man kann nicht beides richtig gut machen. Entweder schrumpft das Hardware‑Geschäft auf das Niveau, auf dem Surface heute ist – ein Schatten seiner selbst, wenn auch noch nicht komplett am Ende. Will man das wirklich für die Marke Xbox, die das einzige verbraucherorientierte Ökosystem ist, das bei Microsoft noch richtig Gewicht hat?“
Er erinnerte auch daran, dass Satya Nadella in einem geleakten Gespräch meinte, dass Xbox selbst im Business‑Kontext wichtig sei: Wenn er mit Führungskräften spricht, wollen die nicht über die Cloud reden – sie wollen über Xbox, über Halo, über Spiele reden. Xbox sei der Ort, an dem man die Leute erreicht, wenn sie nicht arbeiten.
Corden schloss mit dem Hinweis, dass die Diskussionen intern weiterlaufen – denn am Ende liegt da viel Geld auf dem Tisch, und gegen die harten Zahlen in einer Excel‑Tabelle anzukommen, ist eben schwierig.









