Der FC Rottenburg besiegte am 11. August in der Landesliga den SV Böblingen mit 2:0. Simon Reinhard aus München gewann im Juli 2019 die Memo Masters in Tuttlingen (Deutsche Gedächtnis-Meisterschaft) und Konstanze Klosterhalfen lief die 5.000 Meter bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Berlin in 14:26,76 Minuten. Sie stellte damit einen neuen Rekord auf. Lauter Sieger: Was ist ihr Geheimnis? Oft eine optimale Vorbereitung!
Wie bereitet man sich am besten auf einen Wettbewerb vor? Sicherlich gibt es einige Tipps, die unabhängig von der Art des Wettbewerbs hilfreich sind. Oft muss man allerdings sagen: Wettbewerb ist nicht gleich Wettbewerb. Und was Menschen wirklich optimal auf einen Wettbewerb vorbereitet, ist nicht selten individuell verschieden.
Optimale Vorbereitung? Hängt vom Wettbewerb ab!
Es gibt so viele verschiedene Wettbewerbe: im Sport, in der Musik, beim Tanzen, in der Mathematik, beim Online-Gaming und beim Pokern. Selbst, wenn es um dieselbe Art von Wettbewerb geht, existieren bisweilen große Unterschiede. So gibt es zum Beispiel viele verschiedene Turnierarten im Poker. Auf einen Heads-Up-Wettkampf im Internet (1 gegen 1) muss man sich anders vorbereiten als auf ein Liveturnier am großen Tisch. So ist es live oft viel schwieriger, Störfaktoren auszublenden und man muss passende Techniken entwickeln.
Gibt es dennoch Gemeinsamkeiten bei der Vorbereitung? Ja.
Wichtig ist mentale und körperliche Vorbereitung
Allen Arten von Turnieren gemeinsam ist, dass man sich auf sie körperliche und mental vorbereiten sollte. Das gilt auch bei Wettbewerben, die eher auf Geistesstärke oder Musikalität als auf körperliche Fitness abzielen. Auch bei ihnen ist eine gewisse körperliche Fitness nicht unwichtig. Das bedeutet beispielsweise, dass man sich vor jedem Wettbewerb möglichst ausreichend Schlaf sichert und den Stresspegel sowohl im Beruf als auch im Alltag herunterfährt.
Darüber hinaus steigert bei sportlichen Aktivitäten natürlich ein passendes Aufwärmtraining die Erfolgschancen. Beim allgemeinen Training an den Tagen vor dem Wettkampf raten Experten aber zur Reduzierung. Dieser Vorgang wird auch Tapering genannt. In welchem Umfang das Tapering stattfindet und welcher Grad der Reduzierung beste Wahl ist, lässt sich letztlich nur individuell entscheiden.
Bisweilen ebenfalls wichtig: die richtige Ernährung
Bei sportlichen Wettbewerben spielt oft neben einem angepassten Training die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. So empfehlen Marathon-Experten zum Beispiel in der Woche vor einem Wettkampf den kompletten oder fast kompletten Verzicht auf Alkohol und andere Genussmittel. Vier Tage vor dem Start sollten Sportler täglich einmal eine relativ große Menge Kohlenhydrate zu sich nehmen und viel trinken. Und auch am Abend vor dem Wettbewerb sollte die Nahrung viele Kohlenhydrate enthalten, aber leicht verdaulich sein.
Was mental vorbereitet, ist individuell verschieden
Es gibt zahlreiche Tipps für eine mentale Vorbereitung auf einen Wettbewerb. Komplette Bücher sind zu diesem Thema verfasst worden. Drei der Tipps gibt es auch in diesem Artikel.
Unterschiedliche Ziele setzen
Bisweilen ist es als mentale Vorbereitung vor einem sportlichen Wettkampf sinnvoll, sich unterschiedliche Ziele zu setzen, um die Motivation während des Wettkampfs nicht zu verlieren. So kann man ein Hauptziel definieren (z.B. neue persönliche Bestzeit), ein mittleres Ziel und ein drittes Minimalziel, das man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erreicht. Das verhindert im Vorfeld, dass die Motivation komplett verloren geht, wenn das Hauptziel im Wettbewerb unerreichbar wird.
Angst vor Defiziten nehmen
Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht … Manchmal wird etwas wahr, wenn man es sich nur lange genug einredet. Unabhängig von der Art des zu bestreitenden Wettkampfs gilt: Man wird immer irgendwelche Defizite haben. Das gilt insbesondere bei kombinierten Sportarten wie dem Triathlon. Niemand ist in allen drei Sportarten gleich gut.
„Der Triathlet ist per se immer im Defizit“, wird Faris Al-Sultan, Ironman-Gewinner und Triathlon-Trainer, in einem Artikel der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin über Wettkampfvorbereitung zitiert. Er als Trainer versucht, seinen Sportlern die Angst vor solch einem Defizit zu nehmen. Schließlich geht es allen anderen Sportlern ebenso: Niemand ist perfekt in allem.
Entspannungstechniken
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwören sowohl bei sportlichen wie bei anderen Wettbewerben auf Entspannungstechniken wie Meditation. Letztlich geht es darum, alles Störende aus dem Kopf zu bekommen, insbesondere mögliche Ängste, und sich ganz auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren. Hierbei ist es oft wichtig und sinnvoll, Körper und Geist in Einklang zu bringen. So empfiehlt etwa das Magazin FIT FOR FUN in einem Artikel mit dem Titel „Bekämpfen Sie Ihre Wettkampfangst“ unter anderem Atemtechniken.
Jeder und jede muss einen eigenen Weg finden
Viele Coaches empfehlen, vor einem Wettkampf möglichst pünktlich vor Ort zu sein, um keinen Stress aufkommen zu lassen. Tatsächlich ist es natürlich sinnvoll, wenn man sicherstellt, nicht zu spät zum Start des Wettbewerbs zu kommen. Wer Stress aufbaut, weil er eventuell vor dem Turnier im Stau steht, schafft keine guten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wettkampf. Andererseits sollte manch ein Wettbewerbsteilnehmer auch nicht allzu früh vor Ort auftauchen. Möglicherweise ist sein individuelles Risiko, sich in Nervosität hineinzusteigern, bei einer sehr frühen Ankunft höher.
Und so gilt: Die wenigsten Tipps für eine optimale Vorbereitung auf einen Wettbewerb sind für alle gleichermaßen gut. Man wird ausprobieren müssen, was einem selbst wirklich gut tut. Natürlich kann man dabei schauen, wie es andere Menschen machen. Und natürlich kann man das eine oder andere übernehmen. Aber man sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass einem selbst das hilft, was anderen geholfen hat. Gehe deinen eigenen Weg, ist deshalb der Tipp, der über allen anderen steht.

